Christoph Dachs und die Brüder Maximilian und Christopher Kunz haben ein ereignisreiches Karatejahr hinter sich. Nach mehreren Jahren Karatetraining und einer intensiven Vorbereitung waren sie angetreten, um ihre Prüfung zum 1. Dan, dem schwarzen Gürtel und Meistergrad, im Karate abzulegen.

Der Karate Verein Immenstadt / Stein lud dazu vergangene Woche zu einem Lehrgang mit Chief-Instructor Shihan Hideo Ochi, 8. Dan, ein, zu dem über 100 Karateka aus ganz Deutschland nach Immenstadt kamen. Als Anfänger muss man im Allgemeinen mit etwa acht bis zehn Jahren Training rechnen, bis man zur Schwarzgurt-Prüfung antreten darf. Dazu ist ein gewisses Durchhaltevermögen, kontinuierliches Training und viel Motivation nötig.

Christoph Dachs begann zusammen mit Maximilian und Christopher Kunz von 9 Jahren mit Karate. Besonders der Spaß am Karatetraining und die Potentiale des Karate, um körperlich und geistig fit zu sein, haben Christoph bewegt mit dieser Sportart anzufangen. Dabei bereiten ihm nicht nur die abwechslungsreichen Inhalte des Karate, sondern auch die Verbundenheit im Verein am meisten Freude. Dies zeigen beispielsweise auch seine Wettkampferfolge im Team-Bereich (in diesem Jahr: Bayerischer und Schwäbischer Meister Kata-Mannschaft, zusammen mit Maximilian und Christopher). Auf seine sportliche Zukunft blickend, meint Christoph, dass er Karate noch viele Jahre ausführen und sich in der Zeit stetig weiter verbessern möchte.

 

Maximilian Kunz startete ebenfalls vor 9 Jahren, zunächst aus Neugier mit Karate, wurde aber schnell in den Bann dieser Kampfkunst gezogen. Sein Antrieb ist es, stetig besser zu werden und seine Leistungen auch auf Wettkämpfen zu präsentieren. Dass ihm dies gut gelingt, belegen zahlreiche Pokale (u.a. mehrfacher Schwäbischer und Bayerischer Vizemeister). Zurückblickend resümiert er, dass er mit Karate nicht nur ein ergiebiges Hobbies, sondern auch viele neue und gute Freunde gefunden hat. Am meisten Spaß macht ihm das zweimalige Training pro Woche und die vielen Lehrgänge in ganz Deutschland. An Karate faszinieren ihn allgemein die verschiedenen Techniken und Disziplinen, die ein Training für „Körper und Geist“ darstellen. In der Karateabteilung des TSV Stein gibt Maximilian diese Faszination mit voller Leidenschaft an die jungen Nachwuchssportler im Kindertraining weiter.

Auch Christopher Kunz betreibt seit beinahe 10 Jahren Karate. Zu seinem Antrieb mit dieser Kampfkunst zu beginnen meint Christopher, er wollte „kein Fußball mehr, ... keine normalen Sachen“ machen — sondern eine besondere Sportart, mit der er zuvor nur in Action-Filmen Kontakt hatte. Dabei waren ihm sportliche Erfolge und Auszeichnungen nie besonders wichtig. Reflektierend meint Christopher, dass es ihm primär darum ging, Anerkennung von seinen Mitschülern und Trainern zu erhalten. Dass er diese mittlerweile erhalten hat, zeigen nicht nur seine zahlreichen Erfolge auf Wettkämpfen (z.B. Bayerischer Vizemeister, viermaliger Schwäbischer Meister), sondern auch, dass er mittlerweile im Turnverein Stein selbst Training gibt. Dazu meint Christopher: „Ich bin noch jung und muss zwar noch viel lernen, aber mir macht es Spaß anderen mein derzeitiges Wissen zu vermitteln und bin dann auch natürlich stolz, wenn ich das positive Feedback dazu bekomme“.

In der Prüfung zum Meister-Diplom zum 1. Dan und den schwarzen Gürtel mussten die drei Athleten drei Programmschwerpunkte zeigen. Begonnen wurde mit dem Kihon bzw. der Grundschule, bei der die Karatetechniken in zehn verschiedenen Kombinationen vorzutragen waren. Anschließend mussten zwei Kata – ein festgelegter Ablauf gegen imaginäre Angreifer – gezeigt werden. Der Schluss der Prüfung bestand aus dem Kumite mit einem festgelegten Angriffsprogramm und einem freien Kampf. Die drei Steiner Karateka glänzten und bestanden die Prüfung mit Auszeichnung. „Ich bin sehr fasziniert über die Entwicklung unserer drei Nachwuchstalente“, so äußert sich Trainer Martin Daumiller stolz „sie zeigen in besonderem Maße, dass ein schwarzer Gürtel im Karate nicht nur sportliche Höchstleistung, sondern auch geistige Reife, Engagement und Verantwortung bedeuten“.